Liebe Leserin, lieber Leser,

die vorliegenden Beiträge und Zitate möchten einen kurzen Überblick über das breite Spektrum geben, in dem Klavier- und Musikunterricht seine fördernde Wirkung entfaltet.

Bereicherung der Lebensqualität

Musik ist künstlerischer Ausdruck menschlichen Seins. Sie ist Sprache und fordert zum Kontakt, zur Kommunikation auf. wie jede Sprache hat sie ihre Grammatik und ihre Vokabeln, die man umso sicherer beherrscht, je früher man sie erlernt.

Jede Reaktion des Musizierenden ruft eine Reaktion Hörender hervor. Kinder erfahren das oft wie eine Zauberkraft, weil sie plötzlich Interesse und Zuspruch erfahren. Bis ins hohe Alter fördert ein erlerntes Instrument die Geselligkeit und anregende Bekanntschaften.

Das Klavier, das in seiner Vielstimmigkeit allein gespielt werden kann, regt besonders zu Kreativität und weiterem Verständnis der Musiksprache an. Auf ihm kann in allen Stilrichtungen musiziert, einfache und komplexe Werke gespielt, solistisch oder begleitend musiziert werden.

( Dr. Linde Tiesbrummel, Ärztin, Odenthal)


Wirkung auf das Gehirn aus medizinischer Sicht 

Durch Klavierspielen - insbesondere bereits in der Kindheit - werden feinmotorische Fähigkeiten und die neuronalen Vernetzungen im Gehirn deutlich verstärkt. Die erhöhte Vernetzung zeigt sich in einer messbaren Steigerung der Intelligenz.

Klavier spielen fördert außerdem die Vernetzung der linken und rechten Hirnhälften und bewirkt somit eine bessere Verknüpfung von Klang- und Rhythmusempfinden. Erfahrungsgemäß geht damit ein besseres Zusammenspiel von Intuition und Analyse bzw. Gefühl und Ratio einher.

Grundsätzlich aktiviert schöne Musik Zentren im Gehirn, die glücklich machen und stimuliert das körpereigene Selbstbelohnungssystem.

(Dr. Hans-Hermann Winter, Neurologe, Leverkusen)

Entwicklung von Intelligenz und Kompetenz besonders bei Schülern

Musizieren ist eine integrierende Tätigkeit, die Verstand, Gefühle und Körper verbindet.

Praktischer Musikunterricht entwickelt daher die ganzheitliche Persönlichkeit. Folglich geht es beim Musikunterricht nicht allein um Musik, sondern auch um die Nebenwirkungen wie affektive, kognitive, soziale Entwicklung und Intelligenz.

Praktischer Musikunterricht verbessert die Konzentrationsfähigkeit, erhöht die emotionale Stabilität und die soziale Kompetenz und steigert die Schulleistungen insgesamt. Damit ist klar, wie dringend wir praktischen Musikunterricht für eine ganzheitliche Bildung des Menschen brauchen. Martin Luther sagte: "Music ist eine Disziplin ..., so die Leute gelinder, sanftmütiger, sittsamer und vernünftiger macht."

( Wolfhagen Sobirey, Direktor der  Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg)

Nutzen für die emotionale Stabilität besonders von Jugendlichen

Neben dem allgemeinen medizinischen Nutzen bietet das Klavierspiel insbesondere für Jugendliche positive Entwicklungspotentiale. Musik bietet für Jugendliche grundsätzlich die Möglichkeit zur persönlichen Identifikation und Gruppenbildung.

Gemeinsames Musizieren senkt bei männlichen Jugendlichen nachweisbar die Konzentration des Agressionshormons. Die Produktion der Hormone, die die sozialen Bindungen fördern, wird deutlich erhöht.

(  Dr. Hans-Hermann Winter, Neurologe, Leverkusen)

Erfolge aus medizinischer Sicht besonders für Erwachsene und Senioren

Klavierspielen ist ein ideales Mittel, um krankmachenden Stress abzubauen.

 Wie neuere neurophysiologische Untersuchungen zeigen, wirkt sich die Motorik des Klavierspielens positiv auf die vegetativen Funktionen unseres Körpers aus, wie z.B. Gedächtnis, Konzentration, Kombinationsvermögen etc. Gerontologische Untersuchungen belegen, dass das aktive Musizieren, insbesondere das Klavierspiel, die Funktion eines Gehirnjoggins bekommen kann. Dies gilt für jüngere wie ältere Menschen.

Es ist nie zu spät, das Klavierspielen zu erlernen. Verloren gegangene motorische Fähigkeiten können durch gezieltes Üben wiedererlangt werden, was sich positiv auf die genannten Gehirnfunktionen auswirkt.
(  Prof. Dr. Hermann Rauhe, aus: Faszination  Klavier,
Wer Klavier spielt, hat mehr vom Leben)

Nutzen des Klavierspielens und des Musizierens im Rahmen der Therapie

Die Musiktherapie wird oft durch das Klavier bereichert.

Über Musik ist eine Kommunikation mit Menschen möglich, die keine andere Ausdrucksmöglichkeit haben. Sie ist heilpädagogisches Element bei geistig Behinderten und kann den Umfang von Entwicklung bei entwicklungsverzögerten Kindern positiv beeinflussen.

Durch aktives Musizieren am Klavier werden neue kreative Fähigkeiten erlangt.

Es wird die Koordination zwischen Auge und Hand mit der Wahrnehmung im musikalischen Dialog verbunden.

( Dr. med. Edith Schnack, Bochum)

Verantwortlich für  die Zusammenstellung   des Inhaltes ist

Lehrgut - Arbeitskreis Instrumentalpädagogik   51399 Burscheid